In Leverkusen haben wir unsere Menschenrechts-Filmtage erfolgreich abgeschlossen. Die viertägige Veranstaltungsreihe wurde von unserem Verein Stimmen der Solidarität-Mahnwache Köln e.V. in Kooperation mit dem Kommunales Kino der VHS Leverkusen organisiert. Im Mittelpunkt standen Menschenrechtsverletzungen und gesellschaftliche Entwicklungen im Iran, in Afghanistan, im Irak, in Syrien und Rojava sowie in der Türkei. Durch Filmvorführungen und anschließende Gespräche wollten wir Raum für Austausch schaffen und auf aktuelle Entwicklungen in verschiedenen Regionen der Welt aufmerksam machen.
Den Auftakt der Filmtage am 11. März bildete der Schwerpunkt Iran. Zum Start zeigten wir den Film „My Stolen Planet“ der Regisseurin Farahnaz Sharifi. Im Anschluss diskutierten die Menschenrechtsaktivistin Mariam Claren von HawarHelp und der Autor Said Boluri über die aktuelle Situation im Iran. In der Diskussion wurde deutlich, dass viele Menschen im Land zwar auf ein Ende des seit Jahrzehnten bestehenden islamischen Regimes hoffen, gleichzeitig jedoch große Sorgen über die jetzigen Kriegszustand haben. Danach zeigten wir den Film „Ein einfacher Unfall“ von Jafar Panahi, der bei den Filmfestspielen von Cannes Film Festival mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde.
Der zweite Tag der Filmtage war Afghanistan gewidmet. Zunächst zeigten wir den Film „Kabul in the Wind“. In der anschließenden Gesprächsrunde diskutierten die Aktivistinnen Sadaf Zahedi aus Bremen und Trina Mansoor aus Hannover gemeinsam mit Moderator Cem Taşar über die aktuelle Lage in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban. Besonders die Situation von Frauen und Mädchen sowie die massiven Einschränkungen grundlegender Rechte standen im Mittelpunkt der Diskussion. Anschließend zeigten wir den Film „Die Schule des Mutes“.
Am dritten Tag lag der Fokus auf Rojava, Syrien und dem Irak. Wir zeigten den Film „Trotz alledem“ von Robert Krieg. Im anschließenden Gespräch berichtete Berit Kranz von der Initiative Städtepartnerschaft Köln–Qamişlo über ihre Eindrücke aus der Region. Sie war erst kurz zuvor mit einer Delegation vor Ort und informierte über die aktuellen Entwicklungen sowie über die schwierige Situation der Menschen – insbesondere der Frauen – in der Region. Am Abend zeigten wir den Film „Ein Kuchen für den Präsidenten“.
Der vierte und letzte Tag der Filmtage war der Türkei gewidmet. Zu Beginn zeigten wir den Kurzfilm „A Hopeful Sun“, der die 30-jährige Haftgeschichte des Dichters İlhan Sami Çomak erzählt. Anschließend folgte die Vorführung des Films „YİBO“. In der anschließenden Diskussion sprachen die Regisseur*innen Şükran Demir und Özgür Ünal sowie die Produzentin Derya Bozarslan über ihre Recherchen zu den sogenannten YİBO-Internaten in den kurdischen Regionen der Türkei. Dabei ging es insbesondere um staatliche Assimilierungspolitik sowie um Gewalt und Missbrauch, die viele Kinder in diesen Internaten erfahren mussten. Die Filmtage endeten mit der Vorführung des Films „Ellbogen“, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Fatma Aydemir und inszeniert von Aslı Özarslan.
Mit den Menschenrechts-Filmtagen wollten wir aktuelle Menschenrechtsthemen sichtbar machen und Raum für Austausch, Diskussion und Solidarität schaffen. Die Gespräche mit unseren Gästen und dem Publikum haben gezeigt, wie wichtig solche Veranstaltungen sind, um über globale Entwicklungen zu informieren und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen.
Wir bedanken uns bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW, Heinrich-Böll Stiftung Freundinnen und Freunde, interKultur e.V., Multikulturelles Forum e.V., Sparkasse Leverkusen, Friedensbildungswerk, Asta der Universtität Köln, Si Filmkollektiv e.V., Rote Hilfe, Iranische Gemeinschaft Leverkusen e.V. und dem Kulturforum TürkeiEuropa für die Unterstützung.




















