#FreeThemAll

PATRICK KRAICKER

Der Gießener Patrick Kraicker sitzt seit März 2018 in der Türkei in Haft.  Beim ersten Prozesstermin wurde er wegen angeblicher „Mitgliedschaft zu einer Terrororganisation“ zu 6 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, er habe die Grenze nach Syrien überschreiten und sich der Kurdenmiliz YPG anschließen wollen. Freunde und Familie betonen, er habe in der Türkei lediglich wandern wollen. Laut seinen Rechtsanwälten wird Patrick Kraicker voraussichtlich Ende Juni 2024 endlich aus der Haft entlassen.

Seine Haftanschrift:

Patrick Kraicker

Sincan 4 Nolu L-Tipi Kapalı Cezaevi –

Sincan / ANKARA

TÜRKIYE

Berichte über seine Verhaftung:

ww.giessener-allgemeine.de

www.fr.de

www.ardmediathek.de/

NAHID TAGHAVI

Seit Oktober 2020 sitzt die deutsch-iranische Architektin Nahid Taghavi im Iran im Evin-Gefängnis. Die 69-jährige Kölnerin wurde im August 2021 wegen angeblicher „Leitung einer illegalen Gruppe“ zu zehn Jahren Haft verurteilt. Im Juli 2022 und erneut im Januar 2024 wurde Nahid Taghavi aus medizinischen Gründen vorübergehend (für einen Monat) aus der Haft entlassen. Während dieser Hafturlaube musste sie jedoch eine elektronische Fußfessel tragen und durfte sich nicht weiter als einen Kilometer von ihrem Apartment in Teheran entfernen, wie ihre Tochter Mariam Claren erklärte. Seit der Verhaftung ihrer Mutter führt ihre Tochter unter dem Hashtag #FreeNahid eine Kampagne für deren Freilassung.

Berichte über ihre Verhaftung:

www.amnesty.de

www.spiegel.de

www.tagesspiegel.de

MASSOUD ALLRACHI

Seit dem 6. Dezember 2023 befindet sich der 29-jährige deutscher Staatsbürger Massoud Allrachi aus Rüsselheim in der Türkei in Haft. Massoud wollte in Istanbul seine Freunde besuchen und wurde bei der Einreise am Flughafen verhaftet. Ihm wurde zunächst vorgeworfen eine andere Person zu sein und danach wurde ihm die „Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ vorgeworfen. Die Behörden fanden ein Foto mit YPG-Kämpfern aus Syrien auf seinem Handy. Die Fotos stammen von 2011. Damals lebte Massoud mit seiner Familie noch in Rojava / Nordsyrien. Über dieses Foto sagte Massoud, „das Foto ist nur zur Erinnerung und zwar als YPG-Einheiten den IS besiegt haben, waren alle Menschen erleichtert und froh über den Sieg der YPG. Da haben alle Menschen Fotos von sich und der YPG gemacht“.  Bei den ersten beiden Prozesstermine (März und Juni 2024) wurde der Rüsselsheimer Massoud noch nicht entlassen. Der nächste Prozesstermin findet am 8. August 2024 statt.

Seine Haftanschrift:

Massoud Allrachi

Maltepe 3 Nolu L-Tipi Kapalı Cezaevi –

MALTEPE/İSTANBUL

TÜRKİYE

Berichte über seine Verhaftung:

www.fr.de

ERDENER DEMIREL

Seit 2006 ist der Deutsch-Türke Erdener Demirel aus Moers in der Türkei aus politischen Gründen inhaftiert. Ihm wird vorgeworfen, den türkischen Staat stürzen zu wollen, an einem Raubüberfall beteiligt gewesen zu sein und den türkischen Präsidenten beleidigt zu haben. Wegen der ersten beiden Anschuldigungen wurde er zu 47 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Verfahren bezüglich der Präsidentenbeleidigungen wird aktuell – nach einem Freispruch im Herbst 2019 – neu aufgerollt. Erdener Demirel ist seit seiner Jugend in Deutschland politisch engagiert. Im Gefängnis in Tekirdag wurde er nach Informationen der IGFM wiederholt gefoltert, setzt sich aber auch dort für demokratische Rechte ein. Erdener Demirel leidet unter Hepatitis, wird aber in der Haft nicht ausreichend medizinisch versorgt. Seine Familie & Freunde setzen sich für die Auslieferung von Erdener Demirel nach Deutschland ein.

Seine Haftanschrift:

Erdener Demirel

Tekirdag 2 Nolu F-Tipi Cezaevi

Tekirdag / Türkiye

Berichte über seine Verhaftung:

ISMAIL YILMAZ

Der 70-jährige politische Aktivist Ismail Yılmaz, ursprünglich aus Worms, befindet sich seit 2004 in türkischer Haft. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt und steht auf der Liste der schwerkranken politischen Gefangenen. Nach einer schweren Operation wegen einer Hirnblutung wurde er vor Abschluss der Behandlung zurück ins Gefängnis gebracht. Seine Tochter Sevinc Yılmaz, die in Köln lebt, berichtet, dass ihr Vater aufgrund von Folter unter verschiedenen Krankheiten leidet. „Er hat eine verschärfte lebenslange Haftstrafe erhalten und ist am Herzen, an der Prostata und an den Augen erkrankt. Er leidet außerdem an Bluthochdruck. Weiterhin ist er an seinem rechten Arm, der Hand und verschiedenen Teilen seines Körpers gelähmt. Er ist nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen.”

Der Menschenrechtsverein IHD fordert die Freilassung von Ismail Yılmaz sowie weiterer schwerkranker politischer Gefangener.

Seine Haftanschrift:

Ismail Yılmaz

Kandıra 1 Nolu F-Tipi Cezaevi –

Kandıra /KOCAELI

TÜRKIYE

Berichte zu seiner Verhaftung:

www.anfdeutsch.com

www.presseportal.de