Gestern fand im ausverkauften Cinenova in Köln-Ehrenfeld die Kölner Premiere des Berlinale-Siegers „Gelbe Briefe“ vor 340 Gästen statt. Die große Resonanz und die intensive Atmosphäre im Saal zeigten bereits zu Beginn, wie sehr das Thema des Films die Menschen bewegt. Wir waren als Verein Teil des Unterstützer*innenkreises und haben uns sehr über das starke Interesse gefreut.
Der Film setzt sich eindringlich mit den Auswirkungen autoritärer Herrschaft auf Politik, Kultur und persönliche Beziehungen auseinander. Mit Analogien zwischen Ankara und Berlin sowie Istanbul und Hamburg verdeutlicht er, wie ein autoritäres System kritische Stimmen zunächst beruflich unter Druck setzt und schließlich auch privat isoliert und zermürbt. Die Geschichte ist dabei nicht nur eine politische Analyse, sondern auch ein sensibles Porträt über Mut, Angst und gesellschaftliche Verantwortung.
Im Anschluss an die Vorführung fand ein ausführliches Filmgespräch statt. Regisseur İlker Çatak diskutierte gemeinsam mit Arndt Klocke und dem Publikum über die Hintergründe des Films sowie über die aktuellen Debatten rund um die Berlinale. Moderiert wurde das Gespräch von Helge Freese-Resch, der mit gezielten Fragen durch den Abend führte und dem Publikum Raum für eigene Beiträge gab. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie es um die Meinungsfreiheit bestellt ist – nicht nur in autoritären Staaten, sondern auch in demokratischen Gesellschaften. Die engagierte Diskussion machte deutlich, wie wichtig offene Räume für Kunst, Kritik und politische Auseinandersetzung sind.
Als Verein nutzten wir die Premiere zudem, um im Foyer mit einem Infotisch auf die Situation politischer Gefangener aufmerksam zu machen. Mit Postern informierten wir über inhaftierte Kulturschaffende wie Osman Kavala, Çiğdem Mater und Mine Özerden. Viele Besucher*innen suchten das Gespräch, stellten Fragen und zeigten sich solidarisch mit den Betroffenen. Der Austausch verdeutlichte, dass kulturelle Freiheit und politische Rechte untrennbar miteinander verbunden sind.
Wir waren als Verein Teil des Unterstützerinnenkreises – gemeinsam mit Amnesty International, dem DGB Köln-Bonn und der Alevitische Gemeinde Deutschland (AABF). Die Zusammenarbeit unterschiedlicher zivilgesellschaftlicher Akteurinnen unterstrich die breite Solidarität mit den von Repression betroffenen Menschen.
Der Abend war nicht nur eine gelungene Filmvorführung, sondern auch ein starkes Zeichen für die Verteidigung der Meinungsfreiheit. Die große Beteiligung und die engagierten Gespräche haben gezeigt, wie sehr das Thema die Menschen bewegt.










