• Startseite
  • Über Uns
  • Aktuelles
  • Aktivitäten
    • Mahnwachen
    • Festival der Solidarität
    • Postkarten
    • Bilz-Preis
    • Filmprojekte
  • Videobeiträge
  • #FreeThemAll
  • Unterstützen
  • Kontakt
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Startseite
  • Über Uns
  • Aktuelles
  • Aktivitäten
    • Mahnwachen
    • Festival der Solidarität
    • Postkarten
    • Bilz-Preis
    • Filmprojekte
  • Videobeiträge
  • #FreeThemAll
  • Unterstützen
  • Kontakt
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
Stimmen der Solidarität
Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen

Proteste im Iran

Ärztinnen helfen mit Online-Sprechstunden aus NRW

Januar 16, 2026
in Aktuelles
In this photo obtained by The Associated Press, protesters chant slogans during an anti-government protest in Tehran, Iran, Thursday, Jan. 8, 2026. (UGC via AP)

Vor einem Jahr, am 13. Januar 2025, kam die Kölnerin Nahid Taghavi nach mehr als vier Jahren in iranischer Haft frei. „Wie fast alle Exil-Iraner ist meine Mutter gerade schlaflos im Exil. Bestürzt über die Brutalität, mit der das Regime gegen die Demonstranten vorgeht, und voller Hoffnung, dass die Zeit der Unterdrückung bald vorbei sein könnte“, sagt ihre Tochter Mariam Claren. Frauenrechtlerin Taghavi, die im Evin-Gefängnis die Gemeinschaftszelle mit Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi teilte, äußert sich seit ihrer Rückkehr nach Köln nicht öffentlich zur politischen Lage. „Sie ist aber jeden Morgen meine erste und wichtigste Ansprechpartnerin und ständig mit Menschen im Iran im Kontakt“, sagt Claren.

Menschenrechtsorganisationen sprachen zuletzt von mindestens 3400 Toten im Zuge der Proteste im Iran, die in den letzten Tagen des vergangenen Jahres begannen. „Wahrscheinlich sind es deutlich mehr. Das Exilmedium Iran International hat am Dienstag die Zahl von 12.000 Toten genannt und spricht von verifizierten Quellen“, sagt Claren.

„Alle verlässlichen Quellen, mit denen wir im Kontakt sind, sprechen von einem beispiellosen Massaker. Es wird gezielt mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen, Leichen werden in Transportern abtransportiert, erzählte uns eine Informantin. Wir können nicht wissen, wie viele Opfer es tatsächlich gibt, aber es ist sicher, dass es weit mehr sind als bekannt.“ Besonders perfide sei es, dass das Regime die Morde damit begründe, dass es sich bei den Demonstranten um „Terroristen“ handele. „Bei der Frauen-Leben-Freiheit-Bewegung hatten sie noch von Spionen gesprochen. Die Wortwahl und die Brutalität zeigen, wie sehr das Regime unter Druck steht“, so Claren

Bilder und Videos, die unserer Redaktion aus verlässlichen Quellen zugespielt wurden, zeigen schwerstverwundete Menschen mit Kopfverletzungen, die wiederbelebt werden, Menschen in Panik. Die Bilder und Videos von in Straßen aufgereihten Leichen sind bekannt.

Arezu, eine Studentin aus der Stadt Karaj, war im Zuge der Demonstrationen der Frauen-Leben-Freiheit-Bewegung angeschossen worden. Schon vor drei Jahren hatte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ von den Repressionen des Regimes erzählt. Journalist Said Boluri, aktiv für den Kölner Menschenrechtsverein Stimmen der Solidarität, ist regelmäßig mit ihr und anderen Demonstrierenden im Iran in Kontakt. Arezu erzählt von „Zivilkräften des Regimes, die plötzlich mitten aus der Menge jemanden zusammenschlagen und festnehmen“. Sie verwendeten Tränengas und Schrot, schössen willkürlich. „Sie schauen nicht darauf, ob jemand alt ist, jung oder noch minderjährig – ohne Zögern schießen sie einfach. Einer der Schergen hat direkt auf mein Gesicht gezielt. Ich habe mich umgedreht und bin weitergerannt.“ Täglich rechne sie damit, verhaftet oder getötet zu werden, wolle aber weiter demonstrieren, „bis es vorbei ist mit der Unterdrückung“.

Verletzte gehen nicht ins Spital, weil sie Angst haben, verhaftet zu werden

Die Essener HNO-Ärztin Shabnam Fahimi-Weber hat vor wenigen Tagen via Facetime einen jungen Mann mit Schussverletzungen an Bein und Arm beraten. „Wie die meisten nicht lebensgefährlich verletzten Demonstranten ist er nicht in ein Krankenhaus gegangen, weil er Angst hatte, dort verhaftet zu werden“, sagt Fahimi-Weber, die zu den Initiatorinnen des Netzwerks Parsimed gehört, das seit 2022 Verletzten aus dem Iran hilft. Nicht nur, dass das Regime mit scharfer Munition auf Demonstranten schieße: Angeschossene und schwer verletzte Menschen würden vom Regime aus Krankenhäusern abtransportiert und verschwänden.

Das Netzwerk Parsimed, in dem sich rund 40 Ärztinnen und Apotheker mit iranischen Wurzeln organisiert haben, erhält ständig Hilfsanfragen von Verwundeten im Iran. Neben ihrer Arbeit als HNO-Ärztin und jener als CEO für ein Software-Unternehmen berät Fahimi-Weber täglich Menschen, die zusammengeschlagen wurden, Knochenbrüche oder Schussverletzungen haben. „Die Online-Sprechstunden sind anstrengend und sehr aufwühlend. Die Bilder und Gespräche bekomme ich nachts nicht mehr aus dem Kopf“, sagt sie.

Noch belastender als die Bilder und Gespräche sei die Funkstille gewesen: Donnerstag vor einer Woche war fast der ganze Iran plötzlich vom Internet abgeschnitten, das Regime hatte den Zugang gesperrt. Zwei Tage später gab es über Satellitenverbindungen wieder Kontakt.

Die Fachleute von Parsimed vermitteln private Kontakte zu Fachärzten und Zugänge zu Medikamenten, veranlassen Spenden, schätzen die Schwere von Verletzungen ein, organisieren Transporte zu Kliniken, die nicht vom Regime überwacht werden. Der Mut der Menschen im Iran, sagt Shabnam Fahimi-Weber, sei bewundernswert. Pfleger und Ärztinnen, die Kontakt zu Regimegegnern im Exil halten und Demonstrierende behandeln, begeben sich selbst in Lebensgefahr. „Für uns in Deutschland ist es leicht, etwas zu tun, wir haben nichts zu befürchten“, sagt Fahimi-Weber.

Mariam Claren hatte nach der Inhaftierung ihrer Mutter ihren Job im Marketing aufgegeben, um sich ganz der Menschenrechtsarbeit für politische Gefangene widmen zu können. Sie arbeitet für die Menschenrechtsorganisation Hawar Help, die in engem Austausch mit vielen Menschen im Iran steht. „Auch wenn die Proteste brutal niedergeschlagen werden, gehen sie weiter“, betont Claren. „Die Chancen auf einen Regimewechsel im Iran sind viel größer als bei der Frauenrechtsbewegung, die nach dem Mord an Jina Mahsa Amini im Herbst 2022 begann.“ Hawar Help und Parsimed fordern härteste Sanktionen der Bundesregierung gegen das iranische Regime. Botschaften im Iran müssten geschlossen, der iranische Botschafter in Deutschland ausgewiesen, jeder Handel eingestellt werden. „Es braucht jetzt alle Unterstützung aus dem Westen, um die Zeit des islamischen Terrorregimes im Iran zu beenden“, sagt Claren. „Jetzt ist die Chance dazu da.“

Ein Artikel von Uli Kreikebaum für den KSTA: https://www.ksta.de/politik/nrw-politik/proteste-im-iran-aerzte-helfen-mit-online-sprechstunden-aus-nrw-1188609

Vorheriger Beitrag

Worte verbinden – Solidarität wirkt

Nächster Beitrag

Gesprächsveranstaltung zu Iran und Syrien am 29.Januar

Zugehörige Beiträge

Gesprächsveranstaltung zu Iran und Syrien am 29.Januar
Aktuelles

Gesprächsveranstaltung zu Iran und Syrien am 29.Januar

Januar 16, 2026

Anlässlich der anhaltenden Protestbewegung im Iran, bei der tausende Menschen durch das Regime getötet wurden, sowie der fortdauernden Angriffe auf...

Mehr lesen
Worte verbinden – Solidarität wirkt
Aktuelles

Worte verbinden – Solidarität wirkt

Januar 15, 2026

Unsere Postkarten-Aktion lebt von Haltung, Mut und gelebter Solidarität. Sie bringt Menschen aus Politik, Kultur, Zivilgesellschaft und Kommunen zusammen, die...

Mehr lesen
Hüseyin Aykol: Die Zahl der „Gefangenen“ in der Türkei stieg auf 883.000!
Aktuelles

Hüseyin Aykol: Die Zahl der „Gefangenen“ in der Türkei stieg auf 883.000!

Januar 1, 2026

In den 1990er Jahren wurden tausende Menschen nach Festnahmen unter schwerster Folter und mit erzwungen unterschriebenen Berichten vor den sogenannten...

Mehr lesen
Rote Hilfe wurden Konten gekündigt
Aktuelles

Rote Hilfe wurden Konten gekündigt

Dezember 24, 2025

Sie ist die älteste und größte Organisation innerhalb der linken Szene, mit rund 19.000 Mitgliedern: Seit mehr als 100 Jahren...

Mehr lesen
Nächster Beitrag
Gesprächsveranstaltung zu Iran und Syrien am 29.Januar

Gesprächsveranstaltung zu Iran und Syrien am 29.Januar

© 2024 Stimmen der Solidarität - Mahnwache Köln e.V. | Impressum | Datenschutzerklärung

Kein Ergebnis
Alle Ergebnisse anzeigen
  • Startseite
  • Über Uns
  • Aktuelles
  • Aktivitäten
    • Mahnwachen
    • Festival der Solidarität
    • Postkarten
    • Bilz-Preis
    • Filmprojekte
  • Videobeiträge
  • #FreeThemAll
  • Unterstützen
  • Kontakt

© 2024 Stimmen der Solidarität - Mahnwache Köln e.V. | Impressum | Datenschutzerklärung

Wir verwenden Cookies, um dir die bestmögliche Erfahrung auf unserer Website zu bieten.

In den kannst du erfahren, welche Cookies wir verwenden oder sie ausschalten.

Powered by  GDPR Cookie Compliance
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.

Unbedingt notwendige Cookies

Unbedingt notwendige Cookies sollten jederzeit aktiviert sein, damit wir deine Einstellungen für die Cookie-Einstellungen speichern können.

Analyse

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Diesen Cookie aktiviert zu lassen, hilft uns, unsere Website zu verbessern.