Vor über 190 Tagen hat die islamisch-fundamentalistische HTS-Regierung den kurdischen Journalisten Ahmet Polad in Syrien festgenommen. Weder die EU noch Deutschland machen bisher große Anstalten, ihm zu helfen.
Gemeinsam mit der Journalistin Eva Maria Michelmann berichtete Ahmet Polad, auch bekannt als Mehmet Nizam Aslan, aus Syrien. Im Zuge der Angriffe auf die Selbstverwaltung in Rojava wurden die beiden am 18. Januar von Kräften der syrischen Übergangsregierung entführt. Letzten Monat wurde Eva freigelassen, Ahmets Aufenthalt ist noch immer ungewiss.
Im Januar hatte die syrische HTS-Übergangsregierung im Bund mit islamistischen Banden und abgesichert durch Luftangriffe der Türkei eine neue Offensive auf die kurdischen Autonomiegebiete im Norden und Osten Syriens gestartet. Diese war geprägt durch zahlreiche Menschenrechtsverletzungen, darunter die Belagerung der kurdischen Stadt Kobanê, durch die es zu einer humanitären Krise kam, Massaker an der Zivilbevölkerung, das Verschwinden Tausender sowie die Befreiung ehemaliger IS-Kämpfer.
In Raqqa, der ehemaligen Hauptstadt des sogenannten Islamischen Staates, die bereits zu Beginn des Konfliktes in die Hände der Übergangsregierung fiel, wehte eine Zeit lang erneut die Flagge der Terrororganisation. In derselben Stadt war es, dass die beiden Journalist:innen Eva Michelmann und Ahmet Polad, die das Leben der Menschen dort dokumentieren wollten, entführt wurden. Monatelang wusste man nicht, wo sie waren, wie es ihnen geht oder ob sie überhaupt noch lebten. In Raqqa alleine werden über 4000 Menschen vermisst.
Freiheit für Eva durch öffentliche Kampagne
Nach einer monatelangen internationalen Öffentlichkeitskampagne für die Freiheit der beiden Journalist:innen erwirkte das Auswärtige Amt schließlich nach etwa fünf Monaten die Freilassung von Eva Maria Michelmann.
Quelle: https://perspektive-online.net/2026/07/journalist-ahmet-polad-noch-immer-in-syrischen-foltergefaengnissen-verschollen/





